18.12.2017
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Landkreis Nürnberger Land

Informationen zur Kindertagespflege

Ihre Ansprechpartnerin (für Information, Beratung, Vermittlung, Formulare, Abrechnung):

Landratsamt Nürnberger Land

Amt für Familie und Jugend

Sachgebiet 43.3 - Frau Dr. Hofmann

Waldluststraße 1

91207 Lauf an der Pegnitz

 

Zimmer: 205

Telefon: 09123 - 950 - 6712

Telefax: 09123 - 950 - 8021

E-Mail: E-Mail

 

Tagespflegeperson

ist eine Person, die ein Kind oder mehrere Kinder

  • außerhalb des Haushalts des Erziehungsberechtigten
  • während eines Teils des Tages
  • und mehr als 15 Stunden wöchentlich
  • gegen Entgelt
  • länger als drei Monate

betreuen will (§ 43 SGB VIII).

 

Diese Tagespflegeperson bedarf zur Ausübung ihrer Tagespflegetätigkeit (bereits ab dem ersten zu diesen Bedingungen betreuten Kind) einer Erlaubnis.

Wer eines dieser Kriterien nicht erfüllt, ist keine Tagespflegeperson im Sinne des SGB VIII und benötigt deshalb keine Pflegeerlaubnis. Eine telefonische Rücksprache mit dem Amt für Familie und Jugend, ob ein konkretes Betreuungsverhältnis beim Jugendamt anzuzeigen ist, wird jedoch in jedem Fall dringend empfohlen (pflegeerlaubnispflichtige Betreuung ohne Meldung beim Jugendamt stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Bußgeld belegt werden).

 

Die Vermittlung erfolgt über das Amt für Familie und Jugend. Genehmigung eigeninitiierter Betreuungsverhältnisse sind über das Jugendamt zu klären.

Pflegeerlaubnis

Die Erlaubnis wird vom Amt für Familie und Jugend erteilt, wenn die Person für die Kindertagespflege geeignet ist. Dies schließt u. a. Sachkompetenz, eine entsprechende Qualifikation sowie die Teilnahme an regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen ebenso ein wie die Feststellung der für Kindertagespflege geeigneten Räumlichkeiten.

 

Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von bis zu fünf gleichzeitig anwesenden fremden Kindern und kann für eine geringere Zahl von Kindern erteilt werden. Sie ist auf längstens 5 Jahre befristet.

 

Die Tagespflegeperson hat den Träger der öffentlichen Jugendhilfe (das Amt für Familie und Jugend in Lauf) über wichtige Ereignisse zu unterrichten, die für die Betreuung des oder der Kinder bedeutsam sind.

Pflegevereinbarung

Jede selbständig tätige Tagespflegeperson schließt mit den Eltern der zu betreuenden Kindern einen privatrechtlichen Vertrag (nach BGB). In diesem Vertrag sollten alle betreuungsrelevanten Modalitäten schriftlich festgelegt werden, die mündlich vereinbart wurden. Dies dient der Absicherung sowohl der Tagespflegeperson als auch der Eltern.

Ein Muster kann beim Amt für Familie und Jugend angefordert und als Gesprächsleitfaden für den Erstkontakt zwischen Eltern und Tagespflegestelle dienen. Tagespflegeperson und Eltern entscheiden, ob es zu einer Betreuungs-/Pflegevereinbarung kommt.

Es wird empfohlen, nach Kontaktaufnahme und Kennen lernen eine Probezeit zu vereinbaren.

Schutzauftrag / Gesundheitsfürsorge

Beim Abschluss der Pflegevereinbarung ist der Tagespflegeperson das Vorsorgeheft zum Nachweis der Untersuchungen U1 bis U9 sowie J1 aus Gründen des Kinderschutzes vorzulegen.

Unfallversicherung betreute Kinder

Für Kinder besteht Unfallversicherungsschutz bei einer Tagespflegeperson (nach § 43 SGB VIII), wenn das Pflegeverhältnis durch das Amt für Familie und Jugend vermittelt oder nachträglich genehmigt wurde. Für diesen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz fallen keine Kosten an. Während einer (auch nur kurzfristigen) Betreuung durch Haushaltsangehörige der Tagespflegestelle (auch Oma, Nachbarin usw.) besteht kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für das betreute Kind.

Haftpflichtversicherung

Für die Dauer des Aufenthaltes in der Tagespflegestelle hat die Tagespflegeperson die Aufsichtspflicht für das Pflegekind. Aus diesem Grund kann die Tagespflegeperson bei Schäden, die das Kind sich selbst oder Dritten zufügt, haftbar gemacht werden. Eine schriftliche Zusage der Haftpflichtversicherungsgesellschaft der Tagespflegeperson, dass die Tagespflegetätigkeit mit abgesichert ist, sollte vorliegen.

Sonderformen

Großtagespflege

Mehrere Tagespflegepersonen können sich zusammenschließen und Kinder im Rahmen einer Großtagespflege betreuen. Jede einzelne dieser Betreuungspersonen benötigt eine Pflegeerlaubnis wie oben beschrieben. In der Großtagespflegestelle werden ab 6 bis maximal 10 Kinder durch mindestens zwei Tagespflegepersonen betreut (Zahl ist abhängig von der für die jeweilige Tagespflegeperson erteilten Pflegeerlaubnis), jedoch muss ab dem 9. zu betreuenden Kind eine der Tagespflegepersonen eine Fachkraft (Erzieherin) sein.

Weitere Besonderheiten (insbesondere die Räumlichkeiten und Gesundheitsfürsorge betreffend) sind über z. B. Bauamt (Nutzungsänderung) usw. gesondert zu klären und bedürfen mindestens eines weiteren ausführlichen Beratungsgesprächs und/oder Begehungstermins.

 

Kinderfrau/Kindermann

Sofern Sie ausschließlich in den Haushalten der zu betreuenden Kinder tätig sind, sind Sie Kinderfrau, nicht Tagespflegeperson im Sinne des § 43 SGB VIII. Sie benötigen in diesem Fall keine Pflegeerlaubnis, sind nicht selbständig tätig, sondern stehen in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis zu den Eltern der betreuten Kinder. Sie sind an die Weisungen Ihres Arbeitgebers (Eltern) gebunden und müssen von diesen sozialversichert werden (z. B. auf 400-Euro-Basis über die Mini-Job-Zentrale der Bundesknappschaft in 45115 Essen). Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer müssen vom Lohn abgezogen werden, Unfallversicherungsbeiträge sind von den Eltern zu entrichten. Informieren Sie sich bitte bei den jeweils zuständigen Stellen.