20.10.2017
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Landkreis Nürnberger Land

Hygiene in Frei- und Hallenbädern

Schwimmbäder

Bei Schwimm- und Badebecken bestehen folgende grundsätzliche hygienische Probleme:

Die Belastung des Wassers mit organischer Substanz einschließlich Mikroorganismen ist abhängig:

  • vom Wasservolumen (Verdünnungsefekt)
  • von der Zahl der Benutzer
  • Es besteht nur eine sehr begrenzte Wasserkapazität bei häufig hoher Besucherzahl zur Verfügung (2-4 m³ Wasser/Person, in Naturbädern 100-900 m³)
  • Eine natürliche Selbstreinigung ist im Schwimmbecken nicht möglich

Aus diesen Gründen sind sehr strenge hygienische Kriterien an die Wasserqualität und den Betrieb von Schwimm- und Badebecken zu stellen.

Von Seiten der Betreiber der Bäder ist zu sichern:

  • Bauliche Gestaltung, die den Schmutzeintrag in das Wasser weitgehend verhindern z.B.
  • getrennter Schuh- und Barfußgang
  • Bereitstellung von ausreichenden Duschen und hygienisch einwandfreien Toiletten
  • Füllwasser der Schwimm- und Badebecken in Trinkwasserqualität
  • Aufbereitung des benutzten Beckenwassers
  • Desinfektion des Badewassers mit Chlor. Im Beckenwasser müssen 0,3 bis max. 0,6 mg/1 freies Chlor nachzuweisen sein (täglich mehrfache Eigenkontrollen und Dokumentation von freiem Chlor, gebundenen Chlor und pH-Wert). Die Zugabe von Desinfektionsmitteln dient neben der Desinfektion auch der Oxidation von organischen Verbindungen. Das Redox-Potential in gechlortem Wasser ist daher ein Maß für die oxidierende und desinfizierende Wirkung des Desinfektionsmittels bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Verunreinigungen. Es gilt folgendes Redox-Potential für ausreichend:
  • 700 mV bei einem pH-Wert von 6,5-7,5
  • 750 mV bei einem pH-Wert von 7,5-8,3
  • Flockung der Schwebstoffe und Filterung (wird meist kombiniert, als Flockungsmittel sind Aluminiumsalze geeignet). Rückspülung und Reinigung der Filter gemäß den Erfordernissen.
  • Bereitstellung von mindestens 2 m³ aufbereiteten (gereinigten und desinfizierten) Badewassers pro Badegast sowie eines täglichen Trinkwasserzusatzes von mindestens 30 l pro Badegast. Hierbei muß eine gleichmäßige Verdrängung des Wassers in allen Teilen des Beckens durch das aufbereitete Wasser erfolgen.
  • Überprüfung der freien Sicht über den ganzen Beckenboden
  • Tägliche Reinigung des Beckenbodens und wöchentliche Säuberung der Beckenwände mit Sauggeräten.
  • Gründliche Scheuer-Desinfektion des Bodens und der Beckenwände mindestens einmal jährlich
  • Veranlassung der regelmäßigen Untersuchungen des Beckenwassers

Von Seiten der Benutzer der Bäder ist zu beachten:

  • Verhinderung des Einbringens von Schmutz in den Badebereich
  • gründliche Körperreinigung (Duschen) mit Seife vor dem Baden
  • Leeren der Harnblase vor dem Baden. Es wird eingeschätzt, daß ein Badender reflektorisch bis zu 50ml Urin läßt
  • Tragen von Badeschuhen beim Gehen im Schwimmbad
  • Das Benutzen von Fußsprühanlagen zur Prophylaxe von Mykosen ist umstritten (Allergisierung, ungenügende Wirkung, Wasserbelastung). Wenn überhaupt, sind Fußsprühanlagen nur nach dem Baden zu benutzen.