29.06.2017
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Landkreis Nürnberger Land

Die Deutschen - Ein Jahrtausend Deutsche Geschichte

 

 

Die Deutschen Staffel I

 

 

DVD 1 Otto und das Reich

Titelbild der DVD <br>Otto und das Reich<br>46 59491

 

... richtet den Blick auf das 10. Jahrhundert und führt am Beispiel des Monarchen Otto I. vor Augen, wie Territorialherrscher und Könige von Anfang an um die Vormacht auf deutschem Boden ringen, wie Bedrohung von außen - damals durch die Ungarn - eint. Würde es dem König und späteren Kaiser gelingen, zwischen den Stämmen der Sachsen, Bayern, Schwaben und Franken auch künftig Einigkeit herzustellen? Der Sieg auf dem Lechfeld 955 wird später zur Geburtsstunde der Deutschen stilisiert. Doch Konflikte von zentraler Macht und partikularen Kräften werden die deutsche Geschichte weiterhin prägen. Es ist zunächst die Sprache, die sich als Merkmal gemeinsamer Identität erweist.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 1:

DVD 2: Heinrich und der Papst

Titelbild der DVD: Heinrich und der Papst<br>46 59492

 

... dokumentiert, wie auch das Ringen um weltliche und kirchliche Vormacht die deutsche Geschichte prägte. Im Investiturstreit kommt es zwischen dem Salierkönig Heinrich IV. und Papst Gregor VII. zu einer entscheidenden Machtprobe. Wer hat den höheren Rang? Steht der Papst über dem Monarchen oder umgekehrt? Der römische Pontifex jedenfalls wird neben den Fürsten und dem König zur dritten Kraft, die je nach Stärke oder Schwäche in die deutschen Verhältnisse hineinregiert. Der legendäre Gang Heinrichs IV. nach Canossa markiert den symbolischen Höhepunkt des Konflikts.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 2:

DVD 3: Barbarossa und der Löwe

Titelbild der DVD: Barbarossa und der Löwe<br>46 59493

 

... zeigt am Beispiel des Stauferkaisers Friedrich I., wie deutsche Herrscher hin und her gerissen waren zwischen den Herausforderungen deutschen Königtums und christlich-römischen Kaisertums. Der charismatische Monarch Friedrich I., "Barbarossa" ("Rotbart") genannt, gilt schon bei den Zeitgenossen als Lichtgestalt. Er ist jedoch wie seine Vorgänger nicht nur Sachwalter deutscher Lande, sondern auch Kaiser und somit Schutzherr der römischen Christenheit. Rivalen stellen seine Macht immer wieder in Frage, Fürsten wie Heinrich der Löwe. Deutsche und internationale Ambitionen des Herrschers geraten in Widerspruch, Barbarossas Traum vom Reich entpuppt sich am Ende als Illusion.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 3:

DVD 4: Luther und die Nation

Titelbild der DVD:<br>Luther und die Nation<br>46 59494

 

... beginnt mit einer Revolte im Zeichen des Glaubens. Doch mit der Reformation bricht für die Deutschen auch politisch ein neues Zeitalter an. Ob Fürsten oder Ritter, Bauern oder Bürger, viele sehen die Chance, ihre Stellung in der künftigen Ordnung zu verbessern. Ein einfacher Mönch wird zur epochalen Figur, die wie keine andere zuvor die Deutschen eint und spaltet. In seinem Kampf gegen Rom zeigen sich erste Konturen nationaler Identität. Luther ermöglicht mit seiner Bibelübersetzung ein neues Selbstgefühl der Deutschen, vor allem als Sprachgemeinschaft - doch die religiöse Spaltung wird den weiteren Lauf der staatlichen und territorialen Entwicklung entscheidend prägen.

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DVD 5: Wallenstein und der Krieg

Titelbild der DVD: Wallenstein und der Krieg<br>46 59495

 

... zeigt am Beispiel des Heerführers und Kriegsunternehmers, wie der gewaltsame Kampf um Glauben und Macht in ein sinnloses Gemetzel führt. Im Dienst des Habsburger Kaisers Ferdinand II. soll Wallenstein den Protestantismus mit allen Mitteln zurückdrängen. Doch schließlich gewinnt er die Einsicht, dass der Krieg kein lohnendes Geschäft mehr ist und dass nur ein Ausgleich zwischen den Mächten und den Konfessionen dem Grauen ein Ende setzen kann. Man wirft ihm Verrat vor. 1634 wird er ermordet. Im Westfälischen Frieden 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendet, streben die Unterzeichner eine Balance in der Mitte Europas an, um die machtpolitischen und religiösen Gegensätze auszugleichen.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 5:

DVD 6: Preussens Friedrich und die Kaiserin

Titelbild der DVD: Preussens Friedrich und die Kaiserin<br>46 59496

 

... stellt dar, wie der Aufstieg Brandenburg-Preußens in den Konflikt zwischen Friedrich dem Großen und der Habsburgerin Maria Theresia mündet. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist konfessionell und machtpolitisch gespalten und geografisch vielfach geteilt. Da eine starke Zentralgewalt fehlt, sind die Mächte an der Peripherie erstarkt. Es kommt zu einer dramatischen Rivalität zweier Monarchen: der lebensfrohen Habsburgerin Maria Theresia und dem verschlossenen Hohenzollernkönig Friedrich II. Sein Machtkampf mit Österreich gipfelt im Siebenjährigen Krieg - ein deutscher und europäischer Konflikt. Der "Dualismus” der beiden Mächte läutet das Ende des Alten Reiches ein und bestimmt die deutsche Staatenwelt bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 6

DVD 7: Napoleon und die Deutschen

Titelbild der DVD: Napoleon und die Deutschen<br>46 59497

 

... zeigt, dass ausgerechnet ein fremder Kaiser, der französische Jahrhundertherrscher, die Deutschen durch Eroberungen und Reformen in ihr nationales Zeitalter katapultierte. Bonaparte räumt mit dem Alten Reich und seiner territorialen Zersplitterung im Zusammenwirken mit den deutschen Fürsten auf. Grundlegende Veränderungen finden statt - mit und gegen Napoleon. Aus der territorialen Zersplitterung gehen am Ende größere deutsche Staaten hervor. Als Reformer sät Napoleon das Verlangen nach Freiheit, als Tyrann weckt er das deutsche Nationalgefühl. Kaum ein Kaiser zuvor hat je soviel dazu beigetragen, dass die Deutschen einander näher kommen. Wider willen wird er zum Erwecker der "Nation".

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Unterrichtsmaterial zu Folge 7

DVD 8: Robert Blum und die Revolution

Titelbild der DVD: Robert Blum und die Revolution<br>46 59498

 

... porträtiert einen demokratischen Revolutionär, dessen Schicksal beispielhaft ist für das Scheitern des ersten gesamtdeutschen Parlaments von 1848. In der Frankfurter Nationalversammlung ist Robert Blum ein entscheidender Wortführer. Freiheit und Einheit für die Deutschen lautet das Ziel. Doch die Bewältigung der Doppelaufgabe scheitert schließlich an der Frage, wie weit die Grenzen des vereinten Deutschlands reichen sollen und welche Form und Verfassung der geeinte Staat haben soll - am Ende haben die Fürsten wieder das Sagen. Der Wunsch nach nationaler Einheit bleibt als Vermächtnis. Freiheit und Einheit werden zwar nicht erreicht, doch stellte die Paulskirche Weichen für eine künftige Vereinigung der Deutschen.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 8

DVD 9: Bismarck und das Deutsche Reich

Titelbild der DVD: Bismarck und das Deutsche Reich<br>46 59499

 

... zeigt, dass die preußisch-deutsche Staatsgründung 1871 zwar "von oben" kam, aber auch "von unten" Zustimmung fand. Die Einigung erfolgte unter Ausschluss Österreichs, nach einem Krieg mit Frankreich. Der neue Staat ist keine Demokratie, sondern ein Bund von Fürsten. Doch Bismarck weiß die nationale Stimmung vieler Bürger hinter sich. Würde ihm auch die innere Einigung gelingen? Der "Kulturkampf" gegen die katholische Kirche und Gesetze gegen die Sozialisten spalten die Gesellschaft. Seine Außenpolitik zeichnet sich durch einen sensiblen Umgang mit der deutschen Mittellage aus. Das Deutsche Reich soll sich selbst genügen. Doch sollte es bald allzu viele Stimmen geben, die meinen, Deutschland könne nur Weltmacht oder gar nicht sein.

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DVD 10: Wilhelm und die Welt

Titelbild der DVD: Wilhelm und die Welt<br>46 59500

 

... stellt dar, wie Hohenzollern-Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Reich - im Gegensatz zu Otto von Bismarck - zur Weltmacht erheben wollte. Hieß es unter Bismarck: "Wir sind angekommen", heißt es unter Kaiser Wilhelm II. "Volle Fahrt voraus." Am "deutschen Wesen" solle die Welt genesen. Es sind nationale Parolen, die manche Defizite der inneren Einigung übertönen. Das Reich fühlt sich eingekreist, tatsächlich grenzt es sich international aus. Der Erste Weltkrieg wird zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Die Revolution von 1918 beseitigt das Kaisertum: "Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt", verkündet Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik. Im Werdegang des prominenten Sozialdemokraten und des letzten deutschen Kaisers spiegelt sich, was die Deutschen damals geeint und getrennt hat - und welche Bürden der Vergangenheit die erste Republik zu tragen hat.

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Unterrichtsmaterial zu Folge 10

Die Deutschen Staffel II

 

 

 

DVD 11: Karl der Große und die Sachsen

Titelbild der DVD: Die Deutschen II<br>Karl der Große und die Sachsen

 

Der große Frankenkaiser schafft wichtige Voraussetzungen

Er galt schon bei seinen Zeitgenossen als "Vater Europas": Karl der Große (vermutlich 748-814). Er schuf ein Fundament, das den Kontinent prägte. Deutsche und Franzosen betrachten den legendären Karolinger gleichermaßen als Stammvater.

Karls Imperium reichte von der Nordsee bis nach Mittelitalien, von Ungarn bis nach Spanien. Der Umriss erinnert an die Ausdehnung der europäischen "Sechsergemeinschaft" 1200 Jahre später. Der Frankenherrscher schuf nicht nur ein Imperium, er gab ihm auch eine Ordnung, setzte Ankerpunkte für eine gemeinsame religiöse und kulturelle Identität. Er wollte nicht nur Herrscher der Franken sein, sondern der gesamten römischen Christenheit. Wo er regierte, sollte auch ein Glaube die Teile seines europäischen Reiches miteinander verbinden.

Krieg gegen die Sachsen

Am Weihnachtstag im Jahr 800 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Die römische Kaiserwürde und Reichsidee gingen damit auf das fränkische Herrscherhaus über. Daran konnten später die ostfränkischen und dann die deutschen Könige anknüpfen.

 

Die Grundlage für ein späteres Reich der Deutschen schuf Karl auch durch seine Eroberungen in der Mitte Europas. Dreißig Jahre lang hatte er Krieg gegen die Sachsen geführt, bis er sie schließlich blutig unterwarf und zwang, Christen zu werden. Mit ihrer Eingliederung verschob sich der Schwerpunkt des Frankenreichs nach Osten.

 

Otto erhält Kaiserkrone

Nachdem sich das Imperium Karls ein Jahrhundert später endgültig in ein West- und in ein Ostreich geteilt hatte, waren es ausgerechnet die Nachfahren der einst heidnischen Sachsen, die Macht, Willen und Einfluss genug besaßen, um in die Fußstapfen des großen Karolingers zu treten. So erwarb Otto der Große als von den deutschen Stämmen gewählter "ostfränkischer" König die Kaiserkrone und legte damit den Grundstock zur Entwicklung der römisch-deutschen Tradition

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 11

DVD 12: Friedrich II. und der Kreuzzug

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br>Friedrich II. und der Kreuzzug

 

Wanderer zwischen Abend- und Morgenland

"Das Staunen der Welt" nannten manche Zeitgenossen den Staufer Friedrich II. (1194-1250), dessen Reich von Sizilien bis zur Nordseeküste reichte. Neben Deutsch sprach er Italienisch, Französisch, Griechisch und Arabisch, dichtete, philosophierte, schrieb ein Buch über die Falkenjagd.

Als Kleinkind schon besaß er die deutsche Königswürde, seine Mutter, Konstanze von Sizilien, ließ ihn dort zum Monarchen krönen. Auf deutschem Boden tobte wieder ein erbitterter Thronstreit zwischen Staufern und Welfen. Wieder einmal war das Fürstenlager gespalten, und der Papst mischte mit.

Später eroberte Friedrich die Herrschaft im Norden zurück. Seine Heimat aber blieb Italien. Er lebte die meiste Zeit außerhalb deutscher Lande und machte auch keinen Hehl aus seiner Vorliebe für den Süden. Herkunft, Wesen und Auftreten ließen ihn in Deutschland zu einem Fremden werden, und doch fühlten sich dort viele zu diesem exotisch anmutenden Monarchen auf seltsame Weise hingezogen. Friedrich regierte das Land vor allem durch die Verteilung von Privilegien, was die Fragmentierung des Reiches und die Selbstständigkeit der Landesherren förderte.

Nach langem Zögern unternahm Friedrich II. einen Kreuzzug ins Heilige Land. Großes Interesse zeigte der Staufer an der arabischen Kultur und Wissenschaft. Als einzigem Herrscher dieser Zeit gelang es Friedrich II., das Heilige Grab in Jerusalem ohne einen einzigen Schwertstreich zu erobern. Allein durch sein Verhandlungsgeschick und seine Kompromissfähigkeit brachte er Sultan al-Kamil dazu, ihm Jerusalem, Bethlehem und Nazareth in einem Waffenstillstand zuzubilligen. Doch andere Kreuzfahrer wollten den "heiligen Krieg" im Namen der Christenheit fortsetzen.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 12

DVD 13: Hildegard von Bingen und die Macht der Frauen

Titelbild der DVD: Die Deutschen II<br>Hildegard von Bingen und die Macht der Frauen

 

Visionärin, Äbtissin und Naturheilkundlerin

Hildegard von Bingen (1098-1179) ist die populärste Deutsche des Mittelalters - auf Augenhöhe mit den Mächtigen ihrer Zeit. Sie war Visionärin, Naturwissenschaftlerin, Politikerin und Komponistin, Theologin und sogar Managerin zweier von ihr gegründeter Klöster.

Viele ihrer Schriften, vor allem ihre Kenntnisse der Naturheilkunde, haben bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Andere werfen noch immer Fragen auf. Während die einen in Hildegards Visionen eine Art Drogenrausch der Kräuterkundigen vermuten, sehen andere darin eine prophetische Gabe, sogar einen Beweis ihrer Heiligkeit.

 

Verdacht der Ketzerei

Besondere Nähe zu Gott für sich zu beanspruchen, war nicht ungefährlich. Ihren Mut schöpfte sie aus religiösem Sendungsbewusstsein. Hildegards Visionen waren ein mächtiges Instrument für eine Frau in einer Zeit, in der das weibliche Geschlecht komplett unter männlicher Verfügungsgewalt stand. Sie schaffte es, dass der Papst selbst ihre Visionen anerkannte und enthob sich damit des Verdachtes, eine Ketzerin zu sein.

 

Aus heutiger Sicht besonders bahnbrechend war ihre Wahrnehmung der Natur, in der sie ein Spiegelbild der göttlichen Weltordnung sah. Die "erste Grüne" der Geschichte könnte man sie nennen. Auch den menschlichen Körper und die Sexualität beschrieb sie eingehend und mit großer Unbefangenheit. Von Hildegard von Bingen stammt die vermutlich erste und für eine Nonne bemerkenswert detaillierte Beschreibung des weiblichen Orgasmus.

Grenzen überschreiten

Der Film über das Leben Hildegards von Bingen zeichnet das Bild einer Frau, die viele Grenzen sprengte, die die Zeit ihren Geschlechtsgenossinnen setzte und er zeigt ein Jahrhundert, dessen technische und soziale Umwälzungen viele Grundsteine für die Moderne legten.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 13

Karl IV und der schwarze Tod

Titelbild der DVD: Die Deutschen II<br>Karl IV. und der schwarze Tod

 

Die Regierungszeit Karls IV. (1316-1378) zählt zu den dramatischsten Epochen der deutschen Geschichte. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts rafft die Pest ein Drittel der Deutschen dahin. Der König, der in dieser Schreckenszeit regierte, entstammte der Dynastie der Luxemburger.

Karl IV. wurde 1316 in Prag geboren. Sein Vater Johann hatte eine böhmische Prinzessin geheiratet und war dadurch einer der mächtigsten Männer im Reich geworden. 1346 gelang es dem ehrgeizigen Luxemburger, durch die Zahlung horrender Bestechungsgelder seinen Sohn Karl als Gegenkönig zum amtierenden Ludwig dem Bayern wählen zu lassen. Karls Position im Reich war zunächst schwach, aber durch den plötzlichen Tod Ludwigs, wenige Monate nach der Wahl, änderte sich die Lage.

Goldene Bulle

Durch geschicktes politisches Taktieren, strategische Eheschließungen und nicht zuletzt durch die Veräußerung königlicher Privilegien, sorgte Karl IV. für Frieden und konsolidierte seine Herrschaft. Als das Reich im Innern gefestigt war, brach er 1354 zu einem Italienzug auf und errang die Kaiserkrone.

 

Kurz danach hielt er einen Reichstag in Nürnberg ab, bei dem die Modalitäten der Königswahl ein für alle Mal festgeschrieben werden sollten. Das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Kaiser und Fürsten ging als "Goldene Bulle" in die Geschichte ein und wurde am 10. Januar 1356 öffentlich in Nürnberg verkündet. Die Goldene Bulle legte fest, dass zukünftig drei Erzbischöfe und vier weltliche Fürsten den König mit einfacher Mehrheit wählen. Eine Art "Grundgesetz" des Heiligen Römischen Reiches entstand, das bis zu seinem Untergang 1806 gültig blieb.

 

Verrat an Juden

Unter Karl IV. erlebte Mitteleuropa eine kulturelle Blüte. Aber seine Regierungszeit stand gleichzeitig im Schatten der schlimmsten Katastrophe des Mittelalters, der Pest. Der "Schwarze Tod", wie man die Epidemie nannte, raffte über ein Drittel der Bevölkerung des Reiches hinweg. "Schuldige" wurden rasch gefunden: die Juden. Als Geldverleiher waren sie zwar unverzichtbar für die mittelalterliche Wirtschaft, aber gleichzeitig verhasst und sozial ausgegrenzt.

 

Als angebliche "Brunnenvergifter" wurden die Juden für die verheerende Seuche verantwortlich gemacht und zu Tausenden verbrannt. Dass mit den Juden oft auch ihre Schuldscheine verbrannt wurden, wirft ein bezeichnendes Licht auf die wahren Motive der Täter. Kaiser Karl IV. versagte in der königlichen Pflicht, seine Untertanen vor den Übergriffen zu schützen und profitierte sogar von der Ermordung der Juden.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 14

Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br> Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern

 

Die erste Revolution in der deutschen Geschichte

Es war die Zeit der Umwälzung, die Reformation rüttelte an der bestehenden Ordnung. 1521 herrschte Aufruhr im sächsischen Zwickau: Der junge Priester Thomas Müntzer (1489-1525), der an der Marienkirche predigte, wandte sich gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit und forderte für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und Gleichheit.

 

Müntzer war kein Mann der Kompromisse. Die Kirchenkritik Luthers, den er einst bewundert hatte, ging ihm nicht weit genug. Nicht nur das Papsttum, sondern auch die ständisch geprägte weltliche Ordnung waren ihm ein Dorn im Auge.

Gerechtere Ordnung

Christus sei in einem Viehstall geboren, schrieb er, er sei auf der Seite der Armen und Entrechteten. Die Fürsten, die in Pelzmäntel gekleidet auf Seidenkissen säßen, seien "Christo ain greuel". In einer Schrift "wider das geistlose, sanftlebende Fleisch zu Wittenberg" nahm er 1524 gegen Luther Stellung, und bekräftigte seine Absicht, eine gerechtere Ordnung durchzusetzen - notfalls mit Gewalt.

 

Nach Müntzers theologischer Überzeugung forderte die Heilige Schrift die Freiheit des Menschen. Er wurde von den Fürsten misstrauisch beäugt und geriet immer wieder in Konflikt mit der Obrigkeit. Als 1524 der Deutsche Bauernkrieg ausbrach, schlug Müntzer sich auf die Seite der Landleute. Bald wurde er zu einer Leitfigur des Aufstands.

 

Niederlage der Bauern

Seinen blutigen Höhepunkt erreichte der Konflikt mit den Landesherren in der Schlacht von Frankenhausen. Der Kampf mit ungleichen Waffen, mit Musketen gegen Mistgabeln, geriet zum Massaker. Die Niederlage der Bauern besiegelte auch Müntzers Schicksal. Als Aufrührer und Ketzer gefoltert, wurde er 1525 vor den Toren der Stadt Mühlhausen hingerichtet.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 15

DVD 16: August der Starke und die Liebe

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br> August der Starke und die Liebe

 

Prunk, Liebe und Gier nach Ruhm

Er gilt als einer der schillerndsten Monarchen der Neuzeit: Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, genannt "August der Starke" (1670 bis 1733).

 

Seine fürstliche Selbstdarstellung war nur mit der eines anderen europäischen Monarchen vergleichbar: Ludwigs XIV. Der Hof Augusts sollte dem des französischen Sonnenkönigs in nichts nachstehen. Hunderte von Festen im Jahr, Bälle, Maskeraden und Tierhatzen veranstaltete der König.

 

Sächsischer Herkules

Dem 1,76 Meter großen und 121 Kilogramm schweren August eilte sein Ruf als "der Starke" weit voraus. Der "sächsische Herkules" soll Hufeisen mit bloßen Händen zerbrochen haben und wurde bekannt als Mann, der schöne Frauen liebte.

 

Mit der Treue nahm er es dabei nicht allzu genau. Mehr als ein Dutzend Mätressen des lebensfrohen Monarchen sind bekannt - mit ihnen hat er zahlreiche uneheliche Nachkommen gezeugt. Nur ein einziger Sohn entstammte seiner Ehe mit Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth.

 

Gräfin Cosel

Keine seiner Mätressen übertrifft an Ruhm die Gräfin Cosel, mit der er mehr als zehn Jahre sein Bett teilte und die ein tragisches Schicksal ereilte: Weil sie sich zu sehr in die Politik mischte, wurde sie auf eine Festung verbannt und blieb dort bis zu ihrem Tod 49 Jahre gefangen.

Außenpolitisch hatte weniger Glück. Als im Jahr 1696 der polnische König Jan III. Sobieski starb, versuchte August, den Thron der polnischen Wahlmonarchie zu erringen. Dafür zahlte er einen hohen Preis. Nicht nur, dass der protestantische Kurfürst dafür zum Katholizismus übertrat und damit viele seiner Untertanen entsetzte. Auch stürzte er sein Land in hohe Schulden, um die benötigten Bestechungsgelder an den polnischen Adel aufbringen zu können. Zudem hatte es August im Norden mit einer aufstrebenden Militärmacht zu tun: Preußen. Im Wettstreit zwischen den beiden aufstrebenden Mächten in Deutschland konnte es am Ende nur einen Sieger geben.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 16

Karl Marx und das Kapital

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br>Karl Marx und das Kapital

 

Karl Marx und der Klassenkampf

Vordenker des Kommunismus

Er ist einer der wirkungsvollsten Bestsellerautoren der Weltgeschichte, und doch haben die Wenigsten sein Werk vollständig gelesen. Seine Lehre wurde zu einer Ersatzreligion, auch wenn der Urheber sich nie als Glaubensstifter verstanden hat, sondern als wissenschaftlicher Analytiker. "Ich bin kein Marxist", kokettierte Karl Marx (1818-1883), der mit seinem Werk wie kein Deutscher seit Luther den Lauf der Weltgeschichte beeinflusste. Ab Mitte des 20. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte der Menschheit von Regierungen geführt, die sich auf den deutschen Denker beriefen.

In seinem Hauptwerk "Das Kapital" sezierte Karl Marx, geprägt von dialektischen und materialistischen Modellen seiner Zeit, mit brillanter Tiefenschärfe die komplexen Zusammenhänge von Geld und Warenwelt. Seine Sicht auf das soziale Elend der frühen Industriezeit schärfte der Fabrikantensohn Friedrich Engels. Von seinem Gesinnungsfreund inspiriert, schuf Marx 1848 im "Kommunistischen Manifest" das theoretische Rüstzeug für eine internationale Arbeiterbewegung, die später in sozialdemokratisch orientierten Parteien ihren Siegeszug antrat.

Politisch Verfolgter

Sein Gedankengut diente aber auch als Legitimation für kommunistische Diktaturen, die dazu beitrugen, dem 20. Jahrhundert einen totalitären Stempel aufzudrücken. Dabei hatte der scharfsinnige, bisweilen sarkastische Theoretiker es vermieden, sich allzu sehr in die Belange der praktischen Politik einzumischen. Gleichwohl zogen deren Folgen ihn mit seiner Familie zeitlebens in Mitleidenschaft.

Seit die preußische Regierung die von ihm redigierte, regierungskritische "Rheinische Zeitung" in Köln 1843 verboten hatte, verbrachte Karl Marx die Hälfte seines Lebens als politisch Verfolgter im Exil. In Paris, Brüssel und London wurde er zum klarsichtigen Zeugen der Revolutionen und Umwälzungen des 19. Jahrhunderts, die er in einem ebenso umfangreichen wie fragmentarisch gebliebenen Gesamtwerk kommentierte.

Zu Lebzeiten kaum bekannter Autor

Der Film zeigt die Figur, die Weltgeschichte schrieb, auch in seiner Herkunft, als Privatmann und Familienvater, wie ihn kaum jemand kennt. 1883 starb der zu Lebzeiten kaum bekannte Autor, von Krankheiten und Schicksalsschlägen heimgesucht, im Londoner Exil. Erst nach seinem Tod entfaltete die Sprengkraft seiner - oft umgedeuteten oder falsch verstandenen - Ideen ihre durchschlagende Wirkung.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 17

Ludwig II und die Bayern

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br>Ludwig II und die Bayern

 

Ludwig II. und die Bayern - Zwischen bayerischer Freiheit und deutscher Einheit

Mythen und Legenden ranken sich um die Gestalt Ludwigs II. von Bayern (1845-1886), den man den "Märchenkönig" nennt. Er habe die Politik gescheut und sich vor allem seinen schwärmerischen Leidenschaften hingegeben: den Opern Richard Wagners und dem Bau prunkvoller Schlösser wie Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee.

Doch Ludwig war keineswegs nur ein versponnener Träumer, sondern verfolgte klare politische Ziele: er glaubte an das "Dritte Deutschland", an eine eigenständige Kraft neben Preußen und Österreich. Der föderale Staatenbund der kleinen und mittleren deutschen Länder war Mitte des 19. Jahrhunderts ein Gegenmodell zu einem Bundesstaat unter preußischer Führung. Scheitern wird die Vision am politischen Genie Otto von Bismarcks und der militärischen Stärke des Hohenzollern-Staats.

Exotische Randfigur

Im "Deutschen Krieg" von 1866 setzte sich Preußen nicht nur gegen Österreich, sondern auch gegen die mit Habsburg verbündeten "dritten" deutschen Staaten durch. Bayern verlor nach dem Friedensvertrag mit Preußen die Kontrolle über die eigene Armee. Ein Souveränitätsverlust, der sich mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 fortgesetzt hat. Bismarck nutzte den militärischen Triumph zur Schaffung des Deutschen Kaiserreichs.

In diesem geeinten Reich wurde der Bayerische König mehr und mehr zur exotischen Randfigur. Er verlegte sich fortan auf das Bauen, um wenigstens auf dem Gebiet der Architektur seiner Herrschaft einen Rest von Glanz und Würde zu verleihen. Fernab der Residenzstadt München errichtete er Schlösser, die als weithin sichtbare Monumente an die Epoche des Absolutismus erinnern sollten.

 

Hochverschuldet

Bald konnte der König seine kostspieligen Bauvorhaben nicht mehr aus eigener Tasche finanzieren. Hochverschuldet drohte Ludwig auch seiner Regierung. Ihrer Absetzung wollten die Minister mit einem Staatsstreich zuvor kommen. Der Machtkampf kostete dem letzten "wahren" König Bayerns das Leben. Wie der Monarch ums Leben kam, ist bis heute ungeklärt und wird in diesem Film anhand verschiedener Szenarien beleuchtet.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 18

Rosa Luxemburg und die Freiheit

Titelbild der DVD: Die Deutschen II <br>Rosa Luxemburg und die Freiheit

 

Kampf um Gerechtigkeit

Seit ihrer Jugend war Rosa Luxemburg davon überzeugt, dass sich die Welt verändern muss. Ihren Traum von einer sozialistischen Revolution wollte sie verwirklichen, zunächst in der SPD, später in der von ihr mitgegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands. Doch die Revolution scheiterte. Am 9. November 1918 brach in Deutschland tatsächlich eine Revolution aus - doch sie endete letztlich mit der Verabschiedung der neuen Weimarer Verfassung.

Sie stammte aus dem von Russland annektierten Teil Polens. Rosa Luxemburg (1871-1919) wurde politische Aktivistin in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland noch nicht wählen durften. Die Arbeiterbewegung in Europa befand sich im Aufbruch, Sozialisten wurden überall verfolgt. Schon in jungen Jahren kämpfte Rosa Luxemburg für die Rechte der Arbeiterschaft - ab 1898, nachdem sie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, auch in der SPD des wilhelminischen Deutschland. Rosa Luxemburg war Jüdin, sehr gebildet, besaß einen scharfen Verstand und ein mitreißendes Temperament. Sie war eine großartige Rednerin und brillante Schriftstellerin. Konflikte scheute sie nicht. Bei Streitfragen innerhalb der SPD nahm sie eine radikale Position ein.

Gegen preußischen Militarismus

Ihr Engagement brachte sie wiederholte Male ins Gefängnis - verurteilt wegen Majestätsbeleidigung, Aufforderung zu Ungehorsam, Gefährdung des öffentlichen Friedens. Unermüdlich sprach sich Rosa Luxemburg gegen preußischen Militarismus und gegen die Aufrüstung aus. Als die SPD im August 1914 die Kredite für den Krieg bewilligte, brach sie aus Enttäuschung über den "Verrat" an der internationalen Arbeiterbewegung fast zusammen, dachte sogar an Selbstmord. Rosa Luxemburg, die auch dazu aufgerufen hatte, den Dienst an der Waffe zu verweigern, verbrachte fast die gesamte Dauer des Ersten Weltkriegs hinter Gittern. Doch auch dort blieb sie politisch aktiv.

Als am 9. November 1918 die Revolution in Deutschland ausbrach und die Monarchie gestürzt wurde, war sie zur Stelle. Im Gegensatz zu den nun herrschenden Sozialdemokraten, die eine parlamentarische Republik errichten wollten, traten Rosa Luxemburg und ihre Mitstreiter für eine sozialistische Revolution ein, nach dem russischen Vorbild von 1917; sie ging jedoch auf Distanz zur Leninistischen Diktatur.

Revolution in Deutschland

Enttäuscht über die Politik der SPD gründete sie zusammen mit Karl Liebknecht die Kommunistische Partei Deutschlands. Als ihr engster Mitstreiter im Januar 1919 zum bewaffneten Kampf für die Revolution aufrief, ließ die Regierung den Aufstand, der sich gegen die junge Republik richtete, blutig niederschlagen. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Köpfe der revolutionären Bewegung, wurden von Freikorps-Soldaten ermordet. Die sozialistische Revolution blieb aus. Die große Mehrheit der Deutschen stimmte für eine bürgerliche Demokratie - zunächst.

 

 

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Unterrichtsmaterial zu Folge 19

Gustav Stresemann und die Republik

Titelbild der DVD: Gustav Stresemann und die Republik

 

Die erste deutsche Demokratie musste nicht zwangsläufig scheitern

Gustav Stresemann (1878 - 1929) wurde Reichskanzler, als die junge Weimarer Republik einmal mehr ins Chaos stürzte: im Krisenjahr 1923. Deutschland litt noch immer an den Folgen des verlorenen Krieges und des Versailler Vertrags. Frankreich und Belgien besetzten das Ruhrgebiet, um milliardenschwere Reparationen zu erzwingen und die Kontrolle über die wichtige Industrieregion zu gewinnen. Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt.

Kommunistische Aufstände drohten von links, die radikale Rechte forderte eine nationale Diktatur. Kanzler werden in solcher Zeit, das sei "eigentlich politischer Selbstmord", schrieb Stresemann an seine Frau.

Hundert Tage Kanzlerschaft

"Vernunftrepublikaner" - nannte man Köpfe wie ihn. 1918 hatte er den Sturz der Monarchie entschieden abgelehnt. Jetzt aber stellte er sich in den Dienst der Republik - nur sie konnte in seinen Augen die politischen und sozialen Zerwürfnisse im Deutschen Reich friedlich ausgleichen.

In etwas mehr als 100 Tagen fällte Stresemann als Kanzler einer Großen Koalition wichtige Entscheidungen zur Rettung der Demokratie. Die Ruhrkrise wurde entschärft, die Inflation beendet, den Aufständen von links und rechts der Boden entzogen. Hitlers Putschversuch vom 9. November 1923 endete im Kugelhagel der Polizei.

Verständigung mit Frankreich

Als Außenminister für weitere sechs Jahre setzte Stresemann auf Verständigung mit Frankreich und ermöglichte Deutschland die Rückkehr in die Völkergemeinschaft. Er wusste, dass die Deutschen nur mit und nicht gegen Europa bestehen konnten.

Doch sein Tod und der Schwarze Freitag, der 1929 die Weltwirtschaftskrise einläutete, markierten den Anfang vom Ende der Republik. Dass er so früh starb, sei "mehr als ein Verlust", es sei ein "Unglück", lautete ein Zitat jener Tage. Und so stellt sich noch heute die Frage, ob Stresemann den Untergang der Demokratie, die Machtübernahme Hitlers, hätte verhindern können, wenn er länger gelebt hätte.

 

 

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Zusatzinformationen zur Folge Gustav Stresemann und die Republik

Unterrichtsmaterial zu Folge 20