25.07.2017
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Landkreis Nürnberger Land

Geschichte des Landkreises Nürnberger Land

Das Gebiet des heutigen Landkreises wurde sehr früh besiedelt. Dies belegen Spuren eiszeitlicher Jäger in zahlreichen Höhlen des Fränkischen Jura. Ein Zeugnis aus der späten Urnenfelderzeit (1000 v. Chr.) ist der Ringwall auf der Houbirg, einer weithin sichtbaren Befestigungsanlage. Überregionale Bedeutung haben drei Funde aus der Hallstattzeit (der frühen Eisenzeit, 750 - 500 v. Chr.): der Goldkegel von Ezelsdorf, das Reiterlein von Speikern und die Pferdchenschale aus der Beckerslohe bei Oberkrumbach.

Ab dem 7. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum baierischen Nordgau, der bis 1003 unter baierischem Recht stand. Die Besiedlung des Gebiets erfolgte vom Süden her, ebenso die Missionierung, zunächst durch das Kloster St. Emmeram in Regensburg, später durch das Bistum Eichstätt. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts, nach der Zerschlagung des baierischen Nordgaus durch Kaiser Heinrich II., fiel ein Großteil des Gebiets an das Bistum Bamberg, die Sulzbacher Grafen, die Staufer und die Wittelsbacher.

Einen großen Einschnitt in die Geschichte des Landkreisgebietes brachte das Jahr 1504 mit dem Ausbruch des Landshuter Erbfolgekrieges. Dabei gelangte die freie Reichsstadt Nürnberg in den Besitz der pfalz-baierischen Pflegeämter Altdorf, Hersbruck, Lauf, Velden, Betzenstein und Hiltpoltstein. Das Land um die Festung Rothenberg mit Schnaittach blieb wittelsbachisch, Hohenstadt, Osternohe und Schönberg brandenburgisch. Die gemeinsame Stadt-Land-Geschichte dauerte 300 Jahre an, bis 1806 die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem umfangreichen Landbesitz an das neugegründete Königreich Bayern fiel. 1862 wurden Justiz und Verwaltung getrennt und Bezirksämter gebildet, die 1939 in Landkreise umbenannt wurden.

Am 1. Juli 1972 begann mit der Gemeindegebietsreform eine neue Ära. Die Altlandkreise Hersbruck, Lauf a. d. Pegnitz und Nürnberg wurden zum Großlandkreis Nürnberger Land vereinigt. Bis 1972 war die Zahl der Gemeinden von 111 auf 53 geschrumpft. Am Ende der Gebietsreform 1978 waren es 27. Der Landkreis zählt zu den mittelgroßen Landkreisen Bayerns und steht mit derzeit 169.031 Einwohnern an neunter Stelle. Geographisch ist das Nürnberger Land reich gegliedert. Im Westen dominiert das produzierende Gewerbe und die Industrie, der Osten hingegen ist ländlich strukturiert. Die waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit den Dolomitkuppen der Frankenalb verleihen dem Landkreis einen hohen Erholungswert.

Der Landkreis Nürnberger Land zählt zum Regierungsbezirk Mittelfranken und gehört zur Planungsregion 7.

  • Fläche: 800,9 km²
  • N-S-Ausdehnung: 45 km
  • O-W-Ausdehnung: 30 km
  • Höchster Punkt 633 m ü. NN (Hohenstein)
  • Tiefster Punkt 319 m ü. NN (b. Lauf a. d. Pegnitz)

Als einer der ersten Landkreise begründete das Nürnberger Land eine Partnerschaft mit dem Landkreis Annaberg im Erzgebirge/Sachsen, die sich seit ihrer Besiegelung im Oktober 1990 in allen Bereichen zu einem Selbstläufer entwickelt hat. Mittlerweile gibt es in beiden Landkreisen 11 Partnerschaften und freundschaftliche Verbindungen zwischen den Gemeinden.

Der Landkreis Nürnberger Land ist Mitglied im Bayerischen Innovationsring für Kreisverwaltungen, dem 15 Landkreise angehören. Durch die Mitarbeit in diesem Innovationsring und darüber hinaus durch eigene Arbeitskreise versucht der Landkreis die Verwaltungsreform voranzutreiben.